Mathildas Wurzeln liegen in Down Under

Im Jahre 1912 legte die Royal Australian Navy einen leichten Kreuzer der Town Klasse  auf Kiel, der am 18. Januar 1913 unter dem Namen HMAS Melbourne in Dienst gestellt wurde.

 

Zur damaligen Zeit war es üblich, den Offizieren der Schiffsleitung eine eigene Pinasse zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe der Schiff-zu-Land Verkehr durchgeführt wurde.

Von ihrem Einsatzgebiet her gesehen, war die Pinasse somit als "Kapitänstaxi" konzipiert. So erklärt sich auch der mit neuen Personen relativ klein gehaltene Fahrgastraum.

 

Von Anfang an wurde das Schiff mit einer 29 PS Expansionsdampfmaschine und einem kohlebefeuerten Wasserrohrkessel ausgestattet.

 

Da die HMAS Melbourne niemals in die Analen der Seekriegsgeschichte einging, ist über die Dienstzeit der Kapitänspinasse weiter nichts bekannt. Bereits 1928 wurde die Melbourne außer Dienst gestellt und zum abwracken nach England verkauft. Danach verliert sich auch die Spur der Pinasse...

Ein Glücksfall

Etwa Mitte der 90er Jahre entdeckt ein deutscher Geschäftsmann in der Scheune eines englischen Farmhauses eine 29 PS Expansionsdampfmaschine, die anhand der Seriennummer und weiterer Merkmale der HMAS Melbourne zugeordnet werden kann.

 

Die Maschine der Kapitänspinasse hat die Zeiten überstanden und kommt wieder zurück an das Licht der Welt! In den nun folgenden Jahren wird der glückliche Entdecker alles daran setzen, die Pinasse wiederauferstehen zu lassen. Sie beginnt Ihr zweites Leben unter dem Namen "Mathilda".

Neuaufbau mit historischem Innenleben

Ab 1996 wurde Mathilda nach den Original-Rissen damaliger Pinassen in der finnischen Werft Jacobstads Batsvarv neu erbaut. Als Baumaterial dienten Oregon Pinie, finnische Kiefer und Mahagoni. Herzstück des Neuaufbaus wurde natürlich die originale, restaurierte Expansionsdampfmaschine aus dem Jahre 1912, die auch heute noch unverändert ihren Dienst verrichtet.

 

Ihren neuen Kessel erhielt Mathilda von dem damals bereits legendären, und leider viel zu früh verstorbenen Alex Ritchie, aus Essex.

 

Da Mathilda nicht nur originalgetreu wieder aufgebaut wurde, sondern auch für den Fahrbetrieb ausgelegt sein sollte, mussten, abweichend von der Originalvorlage, moderne nautische Systeme in den Neuaufbau übernommen werden. So verfügt die Pinasse heute über UKW-Funk, GPS-Navigation und ein Echolot zur Tiefenmessung. Damit ist Mathilda sogar seetauglich. 

Umzug nach Oevelgönne

Nach Ableben des Eigners im Jahre 2006 stellte sich für die Hinterbliebenen die Frage, was in Zukunft mit dem Schiff geschehen sollte. Eine Stillegung kam dabei ebensowenig in Frage wie ein Verkauf in das Ausland.

 

Und so übernahm der Museumsverein Oevelgönne e.V. Mathilda in den Bestand seiner Traditionsschiffe. Hier fand sich schnell eine engagierte Crew, die Schiff und Maschine mit viel Engagement und Fachverstand in Betrieb halten, auch wenn dies in den letzten Jahren zunehmend schwerer wird. Bald schon stellte sich jedoch heraus, dass der Liegeplatz im Museumshafen dem Zustand des Schifs nicht zuträglich ist. Der durch den regen Schiffsverkehr auf der Elbe entstehende Schwell setzt der Struktur der Pinasse auf Dauer doch sehr zu.

 

Und wieder hatte Mathilda großes Glück: Der Hamburger Yacht-Club e.V. erklärte sich bereit, der Pinasse einen Liegeplatz im Yachthafen Tatenberg anzubieten. Dort liegt das Schiff außerhalb des Fahrbetriebes sicher und in ruhigem Gewässer.

Ungewisse Zukunft?

Leider dampft Mathilda ungewissen Zeiten entgegen, denn trotz allem Engagement der aktiven Crewmitglieder sind die zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht ausreichend, um die Pflege und vor allem den Fahrplan aufrecht zu erhalten. Da sich Mathilda fast auschließlich über Spenden finanziert, die durch Demonstrationsfahrten generiert werden, hat eine mangels Personal ausgefallene Fahrt zur Konsequenz, dass Mittel zum Erhalt des Schiffes fehlen.  

 

Bleibt zu hoffen, dass "Lucky Mathilda" wieder einmal gerettet wird. Dazu können auch Sie beitragen, in dem Sie zum Beispiel bei uns anheuern, oder uns durch Ihre Spende unterstützen:

 

Spendenkonto:

Museumshafen Oevelgönne e.V.

Bank: Hamburger Volksbank

IBAN: DE87201900030019040407

BIC: GENODEF1HH2

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